Zahnschmerzen können plötzlich und unerwartet auftreten und sind oft sehr unangenehm. Nicht immer ist gleich ein Zahnarzt zur Hand, der die Schmerzen schnell und professionell behandeln kann.
In diesem Artikel stelle ich dir die effektivsten Sofortmaßnahmen gegen Zahnschmerzen vor, die du zuhause oder unterwegs ergreifen kannst. Bitte beachte, dass je nach Schmerzursache nicht jede Maßnahme zur Schmerzlinderung geeignet ist. Hier solltest du mit Bedacht ausprobieren.
Wenn der Zahn Alarm schlägt: Was uns Zahnschmerzen sagen wollen
Zahnschmerzen haben einen Grund und sie sind in der Regel ein deutliches Warnsignal des Körpers. Er macht uns damit deutlich, dass etwas nicht stimmt. Einfach ausgedrückt entstehen Zahnschmerzen, wenn Zahnnerven oder Nerven im Gewebe gereizt oder beschädigt werden, zum Beispiel durch Druck. Doch Zahnschmerz ist nicht gleich Zahnschmerz. Unser Körper nutzt verschiedene Schmerzformen, um auf Probleme im Mund aufmerksam zu machen.
Diese Arten von Zahnschmerzen treten besonders häufig auf:
- Dumpfer, pochender Schmerz. Ein pulsierendes, oft unerträgliches Gefühl, das auf eine Entzündung an der Wurzelspitze des Zahnes oder in der Zahnfleischtasche hindeutet.
- Schmerzen oder Empfindlichkeiten bei Heißem oder Kaltem. Häufig ein Zeichen für freiliegende Zahnhälse oder Karies. Bei Schmerzen, insbesondere bei Wärme, ist möglicherweise bereits der Zahnnerv entzündet.
- Zahnschmerzen beim Kauen können auf eine Entzündung im Zahnhalteapparat (Parodontitis) oder auf eine feine Rissbildung im Zahn hinweisen.
Auch eine Überbelastung durch Reiben und Pressen mit den Zähnen oder freiliegendes Zahnbein auf der Kaufläche kommen hier als Ursache in Frage. - Zahnschmerzen mit begleitenden Kopfschmerzen. Manchmal strahlen Zahnschmerzen über das Ohr bis in den Kopf aus. Neben Zahnschmerzen können auch Kiefergelenk oder Kaumuskulatur für die Schmerzen verantwortlich sein.
- Zahnschmerzen bei Erkältungen. Nicht selten sind die Nebenhöhlen beteiligt und verursachen Druckschmerzen in den oberen Backenzähnen, obwohl diese gar nicht die Schmerzursache sind.
Ob akut oder schleichend, hinter jedem dieser Symptome steckt ein Hinweis auf eine mögliche Baustelle der Zahngesundheit. Egal, woher der Schmerz kommt, ob von einer fortgeschrittenen Parodontitis oder einer Karies. Früher oder später stellt sich die entscheidende Frage: Was kann ich machen, um die Zahnschmerzen zu lindern?
Diese 8 effektiven Hausmittel gegen Zahnschmerzen solltest du kennen
Kälte: Der Klassiker bei akuten Entzündungen
Eine der schnellsten und einfachsten Methoden zur Linderung entzündungsbedingter Zahnschmerzen ist Kälte. Bewaffne dich dafür mit einem Eisbeutel oder einem Kühlpad und lege es auf die Außenseite deiner Wange in die Nähe des schmerzenden Zahnes. Achte unbedingt darauf, ein Tuch zwischen Haut und Eisbeutel zu legen, um Hautschäden zu vermeiden. Lass das Eis für 15 bis 20 Minuten einwirken und mache dann eine Pause.
Warum wirkt Kälte? Die Kälte verengt die Blutgefäße. Dadurch geht die Schwellung zurück. Da Schwellungen häufig einen Druckschmerz erzeugen, reduziert sich mit dem Abschwellen auch der Schmerz. Zudem betäubt die Kälte den Schmerz. Besonders hilfreich ist diese Methode, wenn die Zahnschmerzen durch einen entzündeten Zahn bzw. eine Entzündung an der Wurzelspitze mit Schwellung des umgebenden Weichgewebes verursacht werden.
Chlorhexidinhaltige Mundspülung: Der Goldstandard bei akuter Zahnfleischentzündung
Eine akute Zahnfleischentzündung kann sehr schmerzhaft sein. Oft äußert sie sich durch stark gerötetes, schmerzhaftes und geschwollenes Zahnfleisch im Bereich der Zahnkrone. In der Regel blutet es auch bereits bei Berührung, zum Beispiel mit der Zahnbürste.
Hier hilft neben gründlicher Belagsentfernung mit Zahnbürste und Zwischenraumbürstchen bzw. Zahnseide eine 0,1- bis 0,2-%ige chlorhexidinhaltige Mundspülung. Diese ist freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich. Spüle mit der Mundspülung mindestens dreimal täglich für ca. 30 Sekunden. Oft lassen die Schmerzen schon nach wenigen Anwendungen nach.
Zur schnellen Schmerzlinderung kannst du zusätzlich mit Kälte arbeiten. Du kannst zum Beispiel Eiswürfel lutschen oder mit einem Kühlpad kühlen.
Bitte beachte, dass chlorhexidinhaltige Mundspülungen bei dauerhafter Anwendung zu Geschmacksirritationen und Zahnverfärbungen führen können. Neuen wissenschaftlichen Studien zufolge können diese auch den Blutdruck negativ beeinflussen. Deshalb solltest du die Mundspülung nach 7 bis 10 Tagen wieder absetzen.
Bis dahin solltest du ohnehin deinen Zahnarzt aufgesucht haben.
Salzwasser: Die natürliche Alternative zur chlorhexidinhaltigen Mundspülung
Solltest du keine chlorhexidinhaltige Mundspülung zur Hand haben, ist Salzwasser eine gute (wenn auch nicht so effektive) Alternative. Löse dafür einen Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser auf und spüle mehrmals täglich damit.
Salzwasser wirkt antiseptisch und unterstützt den Körper dabei, die Anzahl schädlicher Bakterien zu reduzieren. Die Entzündung geht zurück. Es unterstützt zudem die Heilung kleiner Wunden im Mund und verringert Schwellungen.
Schmerzmittel: Der Allrounder
Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen (200 mg bzw. 400 mg) oder Paracetamol (500 mg) können dir eine vorübergehende Linderung bei Zahnschmerzen verschaffen. Befolge hierbei unbedingt die Anweisungen auf der Packungsbeilage zur richtigen Anwendung. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Schmerzmitteln findest du in unserem Blogartikel Schmerz lass nach! Die besten Schmerzmittel gegen akute Zahnschmerzen.
Viele Schmerzmittel wie Ibuprofen wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie wirken auf sogenannte Gewebshormone, die an der lokalen Schmerzentstehung beteiligt sind. Bei Zahnschmerzen ist das Schmerzmittel der Wahl Ibuprofen.
Wärme: Der Klassiker bei Verspannungen
Bei starken Schmerzen im Bereich der Kiefermuskulatur, meistens durch intensives Reiben und Pressen mit den Zähnen verursacht, hilft in der Regel Wärme. Lege dafür ein Wärmekissen (zum Beispiel ein aufgewärmtes Körnerkissen) für 10 bis 15 Minuten auf die Wange der betroffenen Seite. Wiederhole die Behandlung mehrmals täglich. Die Wärme löst Verspannungen der schmerzenden Wangenmuskulatur.
Aber Achtung: Sollte die Wärme keine Linderung verschaffen oder den Schmerz sogar verstärken, liegt vermutlich eine andere Schmerzursache vor.
Nelkenöl: Natürlich und effektiv
Nelkenöl ist ein natürliches Hausmittel, das leichte bis mittlere Zahnschmerzen lindern kann. Trage ein paar Tropfen Nelkenöl mit einem Wattestäbchen direkt auf den betroffenen Zahn bzw. auf das umliegende Zahnfleisch auf.
Nelkenöl enthält Eugenol, ein natürliches Anästhetikum, das schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt. Es unterstützt den Körper dabei, die Zahnschmerzen zu reduzieren und die Entzündung verursachenden Bakterien zu bekämpfen.
Tee: Beruhigend und schmerzlindernd
Verschiedene Teesorten entfalten bei unterschiedlichen Beschwerden eine wohltuende und schmerzlindernde Wirkung, auch bei Zahnschmerzen. Besonders bewährt haben sich Pfefferminz-, Salbei- und Kamillentee. Ihre entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften machen sie zu echten Allroundern bei Zahnschmerzen.
Der frisch aufgebrühte und anschließend abgekühlte Tee kann entweder als Mundspülung verwendet werden, um Zahnfleischentzündungen im Mundraum zu beruhigen, oder du legst den Teebeutel direkt auf die schmerzende Stelle im Mund. Lasse den Teebeutel dafür ebenfalls abkühlen und drücke ihn für einige Minuten leicht gegen den betroffenen Zahn.
Beide Methoden lassen sich bedenkenlos mehrmals täglich wiederholen. Eine sanfte, pflanzliche Möglichkeit, akute Beschwerden etwas zu lindern.
Pfefferminzöl: Natürlich betäubend
Hast du Pfefferminzöl zuhause? Dann ist dies noch eine Möglichkeit der Schmerzlinderung.
Pfefferminzöl kann direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen werden. Tropfe dazu 3 bis 4 Tropfen Pfefferminzöl direkt auf die schmerzende Stelle des Zahnes bzw. des Zahnfleischs auf.
Pfefferminzöl hat kühlende und leicht betäubende Eigenschaften, die Zahnfleisch- und Zahnschmerzen vorübergehend lindern können.
Wann solltest du zum Zahnarzt gehen?
Die oben genannten Sofortmaßnahmen können vorübergehende Linderung bei Zahnschmerzen bieten, sind aber keine dauerhafte Lösung. Da Zahnschmerzen immer eine Ursache haben, ist es unerlässlich, diese zeitnah durch einen Zahnarzt abklären zu lassen und eine entsprechende nachhaltige Schmerztherapie einzuleiten. Besonders wenn du starke, anhaltende Schmerzen, Schwellungen oder Fieber hast, solltest du sofort einen Zahnarzt aufsuchen.
Tipp: Außerhalb der Sprechzeiten gibt es einen zahnärztlichen Notdienst, den du in diesen Fällen kontaktieren solltest. Die zentrale Notdienstnummer findest du auf der Seite der Kassenzahnärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes.
Fazit
Zahnschmerzen können plötzlich entstehen und sehr unangenehm sein. Nicht immer ist der Zahn die Schmerzursache. Auch das Zahnfleisch oder die Kiefermuskulatur können Schmerzen verursachen. Je nach Schmerzursache sollte eine entsprechende Schmerzbehandlung durchgeführt werden. Vorübergehend können dir die oben genannten Hausmittel mehr oder weniger Schmerzlinderung verschaffen, bis du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen kannst. Bitte beachte, dass eine gründliche Mundhygiene, ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Zahnarztbesuche die zentralen Maßnahmen sind, um Zahnschmerzen vorzubeugen. Mehr dazu findest du in unserem Blogartikel Longevity in der Zahnmedizin: Die 7 Erfolgsregeln für lebenslang gesunde Zähne.









